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Von der Energiewende heute zur Stadt der Zukunft

Spannende Vorträge begeisterten die Zuhörer beim 1. Energiegespräch der Stadtwerke Haltern am See.

Dr. Rudolf Aßkamp, Dr. Bernhard Klocke, Prof. Klaus Görner, Prof. Wilhelm Bauer, Bürgermeister Bodo Klimpel, Prof. André Niemann und Jürgen Brüggemann (v.l.) Foto: Wolter

Fast 1000 Photovoltaik-Anlagen auf Halterner Dächern, die Zahl der Windkraftanlagen wächst von Jahr zu Jahr – die Spuren der Energiewende sind in unserer Stadt nicht zu übersehen. Wenn die Sonne scheint und der Wind bläst, wird Haltern schon bald Strom in vorgelagerte Netze exportieren. Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht.

Der Anteil erneuerbarer Energien wird weiter deutlich wachsen. Darin waren sich die drei Referenten beim 1. Energiegespräch der Stadtwerke Haltern am See einig. Deutschlandweit wird es immer häufiger passieren, dass es mehr Strom gibt als verbraucht wird. Ein großes Problem, wie Prof. Klaus Görner von der Universität Duisburg/Essen erläuterte, denn Einspeisung und Abnahme müssten immer auf einer Höhe liegen. Die große Frage ist: Wie kann man den überschüssigen Strom speichern, um ihn dann zu verbrauchen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst.

Görner erläuterte, dass es dazu viele Forschungsansätze und Projekte gebe, etwa die Speicherung in Batterien, Druckluftspeichern oder auch die Umwandlung von Strom in Gas. Das Problem sei aber, dass es bis heute kein funktionierendes Geschäftsmodell für die verschiedenen Speichertechniken gebe.

Das gilt auch für Pumpspeicherwerke, auf die Prof. André Niemann in seinem Vortrag besonders einging. Der Leiter des Institutes für Wasserbau Wasserwirtschaft an der Universität Duisburg Essen beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, ob die Bergwerke in unserer Region zu einem unterirdischen Pumpspeicherwerk umgerüstet werden können. Die ersten Ergebnisse seiner Forschungsgruppe sind vielversprechend und die Akzeptanz der Bevölkerung in der Region ist hoch.  Die großtechnische Nutzung solcher Anlagen müsse aber weiter erforscht werden, so Niemann, und auch hinter der Finanzierung stehe noch ein großes Fragezeichen.

Einen Blick in die Morgenstadt wagte Prof. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Seine These: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir unsere Städte (Haushalte, Verkehr, Industrie, Gewerbe) ressourceneffizienter gestalten.“ Bauer sieht dafür gute Chancen, denn Deutschland könne Effizienztechnologie und Umsetzungskompetenz verbinden und so weltweit zu einem Leitanbieter für urbane Infrastrukturen werden.

Die 120 Zuschauer im Römermuseum dankten mit lang anhaltendem Applaus für die hoch informativen und spannenden Vorträge. Beim anschließenden Gespräch zeigte sich auch Martin Möllers, Vorsitzender der Halterner Energiegenossenschaft, begeistert. „Den Professoren ist es gelungen, ihr Wissen so zu vermitteln, dass es auch für Nichtfachleute nie langweilig wurde.“    

Zu den Präsentationen:

Flexibilitätsoptionen für ein Gelingen der Energiewende - Prof. Dr. Klaus Görner

Notwendigkeit der Energiespeicherung als Beitrag zur Versorgungssicherheit - Prof. André Niemann 

Morgenstadt – City of the Future - Prof. Dr. Wilhelm Bauer

Nachricht vom 20.03.2015