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Elektro-Flitzer als Gegenmodell zum Tesla

Wenn über Elektromobilität diskutiert wird, fällt immer wieder der Name des amerikanischen Herstellers Tesla. Mit dem Stadtflitzer „e.GO Life“ wurde beim 4. Energiegespräch der Stadtwerke Haltern am See ein Gegenmodell aus deutscher Produktion vorgestellt.

Gebaut wird er vom Aachener Startup-Unternehmen e.GO Mobile. Dessen Verkaufsleiter, Dr. Martin Sommer, stellte am Donnerstagabend (1.3.) das Konzept vor.

Die Forderungen nach immer mehr Reichweite und größeren Batterien gehen für Sommer an der Realität vorbei. Um die Emissionen in den Innenstädten zu verringern, werde ein kleines, leichtes Stadtauto gebraucht. Das Basismodell des „e.GO Life“ hat deshalb nur eine Batterie, die für 100 Kilometer reicht und die problemlos an jeder Steckdose aufgeladen werden kann. „Ein klassischer Zweitwagen, der auch für Liefer- und Pflegedienste sowie Handwerker interessant ist“, beschreibt Sommer den Stadtflitzer.

Mit der Caritas hat e.GO Mobile auch bereits einen Großabnehmer gefunden. Insgesamt gibt es bereits 2500 Vorbestellungen. Im Mai soll die Serienproduktion in Aachen beginnen. Im Herbst werden die ersten Stadtflitzer auf den Straßen zu sehen sein. Wer jetzt einen e.GO Life bestellt, muss ungefähr ein Jahr auf die Lieferung warten.

Die langen Lieferzeiten von Elektrofahrzeugen war auch ein Thema im Vortrag von Prof. Christian Rehtanz von der TU Dortmund. Bei den meisten Herstellern müsse man rund ein Jahr warten. Die Entwicklung der Elektromobilität sei deshalb maßgeblich davon abhängig, was die Automobilkonzerne in den nächsten Jahren anbieten. Bei der Entwicklung der Ladeinfrastruktur sieht Rehtanz noch viele offene Fragen. Alle Wünsche zu erfüllen, sei sicherlich nicht möglich, denn die Ladesäulen müssten am Ende über die Nutzer refinanziert werden.

Neben den Schnell-Ladestationen an den Autobahnen müsse es Konzepte für die Innenstädte geben, forderte der Professor. Dort hätten ja viele Anwohner keinen eigenen Parkplatz. „Wir stehen erst am Anfang“, betonte Rehtanz. Was die weitere Entwicklung angeht, zeigte er sich optimistisch: „Das wird der Markt schon regeln.“

Für Haltern am See kündigte Stadtwerke-Geschäftsführer Carsten Schier einen deutlichen Ausbau der Lade-Infrastruktur an. „Gemeinsam mit Halterner Unternehmen haben wir mehr als 12 Standorte lokalisiert.“ Die Umsetzung werde beginnen, sobald die beantragten Fördermittel bewilligt seien. „Den passenden Strom haben wir auch“, betonte Schiers Geschäftsführer-Kollege Dr. Bernhard Klocke mit Hinweis auf das Angebot „halternstrommobil“ aus 100 % Wasserkraft.

Auf großes Interesse stieß auch die Ausstellung von Elekro-Autos im Vorfeld des Energiegesprächs. Die Autohäuser BMW Engelmeier, Nissan/Renault Heddier, Opel Borgmann und VW Keysberg hatten ihre Fahrzeuge auf der Wiese vor dem Römermuseum ausgestellt. Ein Street-Scooter der Post und der ein Prototyp des e.GO-Life ergänzten diese wohl einmalige Ausstellung von Elektrofahrzeugen in Haltern am See.

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Nachricht vom 02.03.2018